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Auf Fels gebaut

9. Sonntag nach Trinitatis – 01.08.2021

Don’t build your House on a sandy land, … you better build your House upon a rock …“ – „Bau dein Haus nicht auf sandigem Untergrund,  … bau dein Haus besser auf einem Felsen! …

Diese Liedzeilen kamen mir sofort in den Sinn, als ich den Predigttext für den heutigen Sonntag gelesen habe. Dabei besingen diese Zeilen nicht die Weisheit eines berühmten Architketen; auch nicht die Weisheit von Menschen, die von Katastrophen gezeichnet worden – diese Worte stammen tatsächlich schon aus der Bibel und sind somit fast 2000 Jahre alt und sie bilden den Abschluss der wohl berühmtesten Predigt von Jesus.

Genauer gesagt, stammen diese Worte aus der berühmten „Bergpredigt“, die Jesus am See Genezareth gehalten hat - vielleicht sogar auf einem felsigen Berg. Und seine Worte leuchten uns bis heute unmittelbar ein. Im Original klingt das im Matthäusevangelium aus Jesu Mund so (Matthäus 7,24-27):

„Wer diese Worte von mir hört und sie befolgt, der ist wie ein kluger Mann: Er baute sein Haus auf felsigen Boden. Dann kam ein Wolkenbruch. Die Flüsse traten über die Ufer, Stürme tobten und rüttelten an dem Haus. Doch es stürzte nicht ein, denn es war auf felsigem Untergrund gebaut. Wer diese Worte von mir hört und sie nicht befolgt, ist wie dein dummer Mann: Er baute sein Haus auf sandigem Boden. Dann kam ein Wolkenbruch. Die Flüsse traten über die Ufer, die Stürme tobten und prallten gegen das Haus. Da stürzte es ein und fiel völlig in sich zusammen.“

Liebe Leserin, lieber Leser!

Das klingt in diesen Tagen schon nach einem gewagten Bild, was Jesus da zeichnet! Soll das heißen, dass alle, die jetzt bei der Flutkatastrophe Haus und Hab und Gut verloren haben, schlechte Bauherren sind oder vielleicht mehr noch, dass sie ihr Leben auf den falschen Prinzipien aufgebaut haben?

Das ist, glaube ich, nicht gemeint. Aber das Bild ist ja sehr sprechend in diesen Tagen. Ich muss jetzt niemandem lang erklären, wie Jesus das mit dem Haus meint, das zu dicht am Wasser steht und dann auch noch auf Sand gebaut ist. Da hat jeder sofort deutliche und dramatische Bilder vor Augen. Jesus gebraucht das Bild vom Hausbau ja auch im übertragenen Sinn: Wer sein Leben und sein eigenes Lebensgebäude auf Gott baut, der ist so klug wie ein kluger Baumeister, der sein Haus auf einen Felsen baut – am besten noch auf einen leicht erhöhten Felsen –.

D.h. es geht Jesus gar nicht um den konkreten Hausbau, sondern um den Bau meines Lebensgebäudes: Worauf will ich vertrauen? Was gibt meinem Leben wirklichen Halt und worauf kann ich mich auch in den Stürmen meines Lebens verlassen? Was gibt mir bei all den realen Katastrophen meines Lebens wirklich festen Boden unter die Füße?

Jesus erklärt ja seinen Zuhörern in der Bergpredigt sozusagen den Kompaß allen Gottvertrauens. Seine Worte beginnen mit den berühmten Seligpreisungen, beinhalten so wichtige Dinge wie das Beten und das Vater unser; aber auch die „Goldene Regel“ als die ethische Grund-Regel für uns Menschen im Umgang miteinander.

Und diese „Goldene Regel“ klingt bei Jesus so: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!

Das hört sich ein bisschen so ähnlich an, wie es der Volksmund sagt: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!

Nur, dass Jesus das aktiv umkehrt: Das, was wir uns von den anderen an Gutem wünschen – das sollen wir anderen auch an guten Dingen tun!

Aber das Wichtigste für mich, und wohl auch das Schwierigste an der Bergpredigt Jesu, ist und bleibt die Sache mit dem Vergeben! Denn auch dieser Satz steht in der Bergpredigt:

Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen!“ – das sind wohl mit die schwersten Sätze, die Jesus uns mit auf den Weg gegeben hat. Aber ich finde, mit die wichtigsten. Wir Christen werden immer wieder dazu aufgefordert, nicht zurückzuschlagen, sondern zu vergeben! Einen Schritt zurück zu treten, um dann der Liebe Gottes Raum zu geben. Und natürlich fodert uns Jesus dazu auf, selbst Liebe zu üben. Das ist tatsächlich etwas, was unendlich schwer ist. Und wer schaffst das schon - seinen Feinden zu vergeben? Und ihnen mit Liebe zu begegnen?

Natürlich formuliert Jesus hier ein Ideal. Aber eben ein Ideal, das gut und richtig ist. Es fordert mich immer wieder neu heraus. Jesus fordert mich immer wieder dazu auf zu schauen: Wo stehe ich? Stimmt die Basis noch? Steht das Fundament sicher?

Denn solange der Felsengrund meines Lebensgebäudes steht, kann, darf und muss ich wahrscheinlich auch noch ein bisschen an meinem Lebenshaus herumwerkeln. Das wird wohl nie ganz fertig werden. Hauptsache aber ist doch, dass das Fundament steht!

Jesus sagt: Wer Gott vertraut und auf seine Prinzipien baut, dessen Haus wird nicht einstürzen, auch wenn nie alles ganz ideal fertig werden wird. Jedenfalls nicht auf dieser Welt. Aber das mit dem felsenfesten Gottvertrauen, das will ich gern beherzigen! Denn: Wer auf Gott vertraut – hat auf Fels gebaut!

Gebet: Gott, wir wollen dir vertrauen, so wie ein guter Häuslebauer auf felsigen Grund baut und darauf vertraut, dass sein Haus damit guten Grund hat. Du bist uns Stütze und Halt in unserem Leben. Jesus, du hast uns mit deinen Worten und mit deiner Art zu leben gezeigt, wie ein Lebensgebäude auf festem Grund stehen kann: Mit Gottvertrauen, mit Liebe und mit Respekt seinen Nächsten gegenüber. Bestärke uns darin, auf Gott felsenfest zu vertrauen und gib uns immer wieder neu die Kraft deiner Liebe, die uns fähig macht, anderen hilfreich zur Seite zu stehen. Vater unser im Himmel …

Segen: Und so segne uns der starke und felsenfeste Gott, es segne uns Jesus, der unserem Lebensgebäude Halt, Kraft und ganz viel Liebe geben will und es bleibe bei uns der göttliche Geist, der uns immer wieder neu darin bestärkt, dass wir anderen Gutes tun. Amen.

Einen gesegneten 9. So. nach Trinitatis, Ihr Pfarrer Andreas H. Pfautsch

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Sonntag, 26. September 2021

Der HERR macht die Blinden sehend. Psalm 146,8

Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid. Epheser 1,18